Wort-und-Wissen-Info 2/2026
Inhalt
- Grußwort von Henrik Ullrich
- Ein Nachruf auf Guy Leduc (03.01.1958 – 12.05.2026)
- Zwischen Selektion und Genregulation: Die Biologie hinter Jakobs Herden
- Werkzeugfunde sprengen Theorien der Evolution der Menschen
- Die pliozänen Fußspuren von Laetoli (Neuerscheinung)
- Aus unserer Forschung
- Gibt es einen Kassenbericht auf Basis christlicher Werte?
- STUDIUM INTEGRALE JOURNAL
Grußwort von Henrik Ullrich
Liebe Freunde von Wort und Wissen
Pred 3,11: Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit; auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, ohne dass der Mensch das Werk, das Gott gewirkt hat, von Anfang bis Ende zu erfassen vermag.
Seit einigen Monaten beschäftige ich mich eingehender mit Studien, deren Zielsetzung darin besteht, die evolutionäre Geschichte der Augen aufzudecken. Schon Darwin lag sehr viel daran, die Entstehungsgeschichte des Auges „mit all seinen unnachahmlichen Einrichtungen“ zu erforschen. 1872 bekennt er in der letzten von ihm veröffentlichten 6. Auflage seines Hauptwerkes „Über die Entstehung der Arten“:
„Die Annahme, dass das Auge … durch natürliche Zuchtwahl entstanden sei, erscheint, wie ich offen bekenne, im höchsten Grade als absurd.“ Aber dabei blieb er nicht stehen, er traute der Wissenschaft und insbesondere seinem Evolutionsmodell zu, diese schwierige Herausforderung meistern zu können, „… so unüberwindlich sie unserer Einbildungskraft auch erscheinen mag“.
2009, also 150 Jahre nach der Veröffentlichung von Darwins Hauptwerk, zeichneten Evolutionsbiologen diesbezüglich ein ernüchterndes Bild. Die Schwierigkeiten, die evolutionäre Entstehung der Augen zu erklären, haben sich aufgrund des enormen Wissenszuwachses um ein Vielfaches gesteigert. Es sei unmöglich, so O’HARA (1997), die Evolution des Auges als graduellen oder linearen Prozess im Sinne Darwins darzustellen. Man könne nur versuchen, die Geschichte der einzelnen Komponenten des Auges nachzuzeichnen. OAKLEY et al. (2008) verweisen auf die hohe Anzahl von Konvergenzen, das heißt parallelen evolutionären „Erfindungen“ baugleicher bzw. identischer Komponenten in Augen in Tiergruppen, die stammesgeschichtlich keine gemeinsame Wurzel haben können (z. B. Linsenaugen in Wirbeltieren und Tintenfischen). GREGORY (2008) resümiert, die klassischen Methoden evolutionsbiologischer Forschungen (vgl. Anatomie, Molekularbiologie, Phylogenetik, Ontogenie u.a.m.) tendieren eher dazu, das lang bestehende Puzzle mehr zu verschleiern als zu lösen. In den letzten 10 Jahren bemühte man sich weiter intensiv, das evolutionäre Puzzle durch neue molekulargenetische Methoden (z.B. Transkriptomvergleiche) und hochauflösende CT-Scans von millimetergroßen fossilen Augen aus kambrischen Schichten zusammenzusetzen. Aber auch hier kommen Forscher zu Schlussfolgerungen, die den erhofften Erwartungen widersprechen. So schreibt LEVINE (2026) im Zusammenhang mit der Entdeckung des bislang „ältesten Wirbeltieres“ mit vollständig ausgebildeten Augen aus dem Kambrium, das auf 518 Millionen Jahre datiert wurde:
„Und nun enthüllt ein 518 Millionen Jahre alter Fisch vier bildgebende Augen bei den frühesten bekannten Wirbeltieren. … Die Erkenntnisse von Lei und seinen Kollegen stellen herkömmliche Ansichten zur Augenentwicklung auf den Kopf. … Doch die Evolution bewegt sich oft in Richtung weniger Komplexität statt zu mehr Komplexität.“
Zu analogen Ergebnissen gelangen auch molekulargenetische Studien. Die mutmaßlichen stammesgeschichtlichen Vorfahren aller Tiergruppen, die heute komplexe Augen (z.B. Linsenaugen, Facettenaugen) aufweisen, waren keineswegs primitiv, sondern mussten bereits über vollausgebildete und hochspezialisierte Komponenten (z. B. über Photorezeptoren mit verschiedenen Sehfarbstoffen, speziellen Nervenzellen, einen schichtweisen Aufbau der Netzhaut u.v.a.m.) verfügt haben. Also war von Anfang an alles da, nicht primitiv, sondern hochkomplex und optimal strukturiert.
Es erstaunt mich nicht, dass die o. g. hochqualitativen evolutionsbiologischen Forschungen zu Ergebnissen kommen, die, sobald ein anderer Deutungsrahmen zugelassen würde, die Existenz eines genialen Schöpfers nahelegen. Gott hat seine Schöpferallmacht und Weisheit in die Schöpfung hineingelegt und wir können diese Eigenschaften Gottes an den geschaffenen Dingen wahrnehmen. Darwin lag mit seiner Aussage gar nicht so verkehrt. Eine evolutionäre Entstehung des Auges war und ist „… im höchsten Grade als absurd …“ zu bezeichnen.
Gern sind wir bereit, Ihnen diese und viele andere erstaunliche Ergebnisse, die dank Ihrer Unterstützung durch unsere hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter erarbeitet werden konnten, vorzustellen. Wir freuen uns auf Ihre Einladungen. Oder gehen Sie selbst auf Entdeckungsreise auf unserer Homepage (wort-und-wissen.org) und unserem YouTube-Videokanal.
Gottes Segen wünscht Henrik Ullrich.
Ein Nachruf auf Guy Leduc (03.01.1958 – 12.05.2026)
Am 12. Mai 2026 hat uns plötzlich unser lieber Bruder in Christus und langjähriger Freund und Mitarbeiter unserer Geo-Fachgruppe Guy Leduc verlassen, um zu unserem gemeinsamen Herrn Jesus heim zu gehen. Diese Nachricht war (und ist immer noch) für uns alle ein großer Schock. Guy wurde tot in seinem Bett mit seiner Bibel in den Händen aufgefunden!
Wenn ich mich richtig erinnere, kam Guy als lediger junger Mann das erste Mal auf unsere 8. Geofachtagung von Wort und Wissen im Jahr 1996. Er wuchs als Franko-Kanadier in Québec auf und studierte und arbeitete dort zunächst als Geologe, bevor er als Missionar berufen wurde. Als er zu uns stieß, wohnte er bereits in der Türkei und arbeitete dort als „Zeltmacher-Geologe“. Von da an kam er fast jedes Jahr extra deshalb zu uns nach Deutschland, um mit uns an den „Bausteinen für eine biblischurgeschichtliche Geologie“ zu arbeiten. Zuletzt war er auf unserer Geo-Fachtagung im September 2025 mit uns im Oberrheingraben und hat noch einen sehr eindrücklichen Vortrag über die Entstehung von Grabenbrüchen einschließlich des Rheingrabens gehalten. Meine Übersetzung seines YouTube-Films über die „Schlafenden Geologischen Becken, Grabenbrüche einschließlich des Rheingrabens, die alle im Mittleren Tertiär aktiv wurden“ ins Deutsche war das letzte gemeinsame Projekt, das ich noch mit Guy im April machen konnte:
https://tinyurl.com/te2wsjp6

Abb. 1: Der kürzlich verstorbene kanadische W+W-Freund, Geologe und Missionar Guy Leduc.
Guy hatte die besondere Gabe, komplexe geologische Prozesse exzellent zu visualisieren, was auch diese Animation sehr gut veranschaulicht. Um seine eigenen Forschungsarbeiten vorzustellen, hat er neben seiner Vortragstätigkeit bereits sehr früh eine eigene Homepage geodoxa.com (derzeit inaktiv) betrieben. Hier hat er sachlich die etablierten wissenschaftlichen Lehrmeinungen (Paradigmen) kritisch hinterfragt und alternative katastrophische Erklärungsmodelle anhand von Dokumentarfilmen und Animationen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Sein Hauptziel war es, vor allem der jüngeren Generation geologische Kontroversen näherzubringen, die im modernen akademischen Lehrbetrieb oft ignoriert, dogmatisch unterdrückt oder als unlösbare Paradoxa abgetan werden. So hat Guy in Bezug auf die gängige Theorie der Plattentektonik deutlich gemacht, dass magnetische Anomalien und Bruchzonen in der Ozeankruste dem Mechanismus der Ozeanbodenspreizung (Seafloor Spreading) widersprechen. Zudem hätten Tiefseebohrungen vermehrt granitisches Gestein der kontinentalen Kruste zum Vorschein gebracht, was von vielen Geologen ignoriert werde.
Anstelle der gängigen Vorstellung, dass Gebirge wie ein zusammen geschobener, sich faltender Teppich entstehen, wies Guy auf das Paradoxon hin, dass diese gefalteten Schichten zunächst flach als sog. Rumpfebenen erodiert wurden und erst danach plötzlich vertikal in enorme Höhen gehoben wurden. Sehr intensiv hat sich Guy mit dem katastrophischen Ende der Eiszeit beschäftigt. So verwies er auf die neueren Forschungen aus den letzten 20 Jahren, wonach bestimmte Landschaftsformen mit sogenannten S-Formen auf den abgeschliffenen Felsen nicht durch langsame Gletschereinwirkung, sondern durch katastrophale Mega-Fluten unterhalb des Eisschildes geformt wurden.
Im Bereich der Stratigraphie bemängelte Guy, dass man in alten Gesteinsschichten des Paläo- und Mesozoikums kaum fossile, felsige Küstenlinien oder erodierte bzw. differenzierte topografische Reliefs findet, wie sie in unserer modernen Geografie allgegenwärtig sind. Dies zeigen die vielen Diskordanzen quer durch die gesamten geologischen Abfolgen vom Präkambrium bis ins Tertiär.
Da zur biblischen Urgeschichte auch die Archäo-Astronomie, Mythologie und die alten Sprachen gehören, hat sich Guy auch damit beschäftigt und dazu eine eigene Homepage kreiert: archeodoxa.com. Guy vertrat die Grundannahme, dass antike Zivilisationen und prähistorische Kulturen ihre Mythen, Religionen und sogar ihre Sprachen auf tiefgehenden astronomischen Prinzipien aufgebaut haben. Historikern fehle es oft an astronomischer Ausbildung, um diese Zusammenhänge zu erkennen. Dazu hat er auch sehr aufwendige 3D-Animationen erstellt, um die Himmelsmechanik hinter den Mythen verständlich zu machen. Seine sehr lehrreichen Kurzfilme sind noch auf seinen YT-Kanälen zu sehen:
youtube.com/@Geodoxa
youtube.com/@ArcheoDoxa
youtube.com/@archeodoxa1
Mit dem Wort-und-Wissen-Projekt zur erneuten Untersuchung der Eolithen führten wir wichtige geologische Untersuchungen im Massiv Central gemeinsam mit Michael Brandt durch. Daraus sind zwei Bücher entstanden: Das sehr umfangreiche Buch „Vergessene Archäologie“ von Michael Brandt und das kompakte Buch „Die tertiäre Fundschicht der Eolithen von Aurillac“. Beide Bücher sind in unserem W+WShop erhältlich.
In unserer W+W-Geo-Gruppe war uns Guy ein großes Vorbild, weil er als Nachfolger Jesu sehr treu und glaubwürdig an der Bibel festgehalten hat, ohne in abwegige und unhaltbare kreationistische Spekulationen zu verfallen. Die vielen gemeinsamen Exkursionen und damit auch die freundschaftlichen und herzlichen Begegnungen gehören nun leider der Vergangenheit an.
Alle von unserer Geo-Gruppe haben Guy sehr geschätzt mit seiner charmanten, vielseitigen, interessierten, fröhlichen, glaubensgeprägten, technisch versierten, kommunikativen, vernetzenden und kreativen Art. Guy wird uns sehr fehlen. So hoffen wir wenigstens, dass sein wissenschaftliches Erbe erhalten bleibt und weiterhin im Internet zur Verfügung steht!
Menschlich verkörperte er in vieler Hinsicht den Charakter und die Leidenschaft Jesu, die Menschen um ihn herum so zu lieben, wie sie sind. Das machte er auch mit einem Schuss Humor und einer Leichtigkeit, die immer für eine gute Atmosphäre sorgte. Alle waren gern in seiner Gegenwart und Guy konnte bis tief in die Nacht noch diskutieren und gemeinsam mit Tom Zoutewelle am Klavier ein Lied schmettern! Gleichzeitig stellte Guy sich auch den herausfordernden biblischen Fragen, die nicht so einfach zu beantworten sind.
Ein für mich sehr eindrückliches Erlebnis mit ihm war seine Verarbeitung der Hochzeitsabsage im Jahr 2008. Anfang Mai 2008 schrieb er mir: „It is in tears and sorrow that I have to announce that our wedding planned for Mai 31st is cancelled.“ Wie er diese tief leidvolle Erfahrung mit der Hilfe unseres Herrn Jesus Christus bewältigt hat, zeigte mir sehr eindrücklich die Kraft des Heiligen Geistes in seinem Leben!
Ich habe mit ihm einen Freund und Bruder in Christus verloren, mit dem ich auf fachlich geologischer, geistlicher und auch menschlicher Ebene eine maximale Übereinstimmung hatte. Die letzte E-Mail, die ich von Guy am 22. April 2026 bekam, endete mit „Cheers to the Lord!“ – „Ein Hoch auf den Herrn!“. Besser kann man eigentlich seinen Abschied nicht beschreiben, weil er sein Leben und seine Arbeit dem Ruhm und der Ehre Gottes weihte!
Ich freue mich für ihn, dass er nun bei Jesus ist, wo er keine Fragen mehr hat und die volle Erfüllung erleben darf! Dort geht es ihm am besten, und er sieht jetzt den, dem er sein Leben völlig gewidmet hat. Psalm 116,15 drückt es sehr passend aus:
Kostbar ist in den Augen des EWIGEN der Tod seiner Getreuen.
Martin Ernst
Zwischen Selektion und Genregulation: Die Biologie
hinter Jakobs Herden
In 1. Mose 30,25–43 bittet Jakob Laban um seinen Lohn und vereinbart, dass er alle gesprenkelten und gefleckten Tiere aus der Herde erhalten soll. Laban stimmt zu, entfernt jedoch zunächst diese Tiere, um Jakob zu benachteiligen. Jakob setzt daraufhin ein Vorgehen ein, bei dem er gestreifte Ruten von Pappeln, Mandel- und Platanenbäumen in die Tränkrinnen legt, während die Tiere sich paaren, und lässt die Herde unter diesen Bedingungen wachsen. Mit der Zeit nimmt der Anteil gesprenkelter Tiere stark zu, sodass Jakob zu großem Reichtum gelangt.
Die Geschichte von Jakob und den gesprenkelten Schafen (1. Mose 30,25–43) gehört zu den rätselhaftesten Passagen der Bibel. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein Relikt aus einer vorwissenschaftlichen Welt: Ein Hirte legt gestreifte Ruten in die Tränkrinnen, und Tiere, die sich unter diesen Bedingungen paaren, bringen plötzlich gefleckte Nachkommen hervor. Doch wenn man den Text mit dem Blick eines modernen Genetikers liest, ergibt sich ein anderes Bild. Vielleicht beschreibt diese Erzählung keinen Irrtum, sondern eine Beobachtung realer biologischer Prozesse – nur eben in der Sprache der damaligen Zeit.
Heute lassen sich solche Prozesse durch das Zusammenspiel von Genetik und Epigenetik erklären. Im Zentrum steht zunächst die Frage, warum Tiere überhaupt unterschiedliche Fellfarben und Muster haben. Bei Säugetieren wird die Färbung durch einen Farbstoff bestimmt, das sogenannte Melanin. Es gibt zwei Varianten: ein dunkles Pigment (Eumelanin) und ein helleres, rötlich-gelbes Pigment (Phäomelanin). Welche Farbe entsteht, hängt davon ab, welches Pigment in den Haarzellen produziert wird.
Diese Entscheidung wird durch Gene mitgesteuert – also Abschnitte der DNA, die Information für biologische Prozesse enthalten. Ein wichtiges Gen ist der Melanocortin-1-Rezeptor, kurz MC1R, der die Produktion dunkler Pigmente fördert (LE PAPE 2009). Ein weiteres ist das Agouti-Gen (ASIP), das als Gegenspieler wirkt und eher helle Pigmente entstehen lässt (MORGAN 1999). Darüber hinaus gibt es Gene wie KIT (KIT proto-oncogene, receptor tyrosine kinase) oder MITF (microphthalmia-associated transcription factor), die dafür sorgen, dass die pigmentbildenden Zellen während der Embryonalentwicklung an die richtigen Stellen im Körper wandern (STEINER 2007). Wenn diese Prozesse leicht verändert sind, entstehen Muster wie Flecken oder Sprenkel – genau das, was in der Jakob-Erzählung beschrieben wird.

Abb. 1: Geflecktes Schaf (Bildquelle: unsplash)
Allerdings arbeiten Gene nicht wie einfache Ein- und Ausschalter. Ob ein Gen aktiv ist, hängt stark davon ab, wie es reguliert wird. Hier kommt die Epigenetik ins Spiel. Dieser Begriff beschreibt Mechanismen, die steuern, wie Gene genutzt werden, ohne die DNA selbst zu verändern (BORGER 2023). Man kann sich das wie kleine chemische Markierungen auf der DNA vorstellen. Diese Markierungen entscheiden, ob ein Gen „gelesen“ wird oder nicht. Zu diesen Mechanismen gehören zum Beispiel die sogenannte DNA-Methylierung (eine chemische Veränderung an der DNA) oder Veränderungen an den Proteinen, um die die DNA gewickelt ist. Solche Prozesse können dazu führen, dass in benachbarten Zellen unterschiedliche Gene aktiv sind – und genau dadurch entstehen oft fleckige oder gesprenkelte Muster im Fell.
Besonders empfindlich für solche Einflüsse ist die Zeit rund um die Befruchtung. In dieser Phase wird das „epigenetische Programm“ eines neuen Organismus weitgehend neu eingestellt. Dabei spielen Umweltfaktoren eine wichtige Rolle. Der Ernährungszustand der Mutter, ihr Stresslevel oder hormonelle Signale wie Insulin oder Stresshormone können beeinflussen, welche Gene später aktiv sind. Vor diesem Hintergrund bekommt die biblische Geschichte eine neue Bedeutung. Der Text deutet darauf hin, dass Jakob seine Tiere nicht zufällig züchtet. Er lässt gezielt bestimmte, besonders kräftige Tiere zur Fortpflanzung zu und schließt schwächere aus. Damit verändert er nicht nur die genetische Zusammensetzung der Herde, sondern auch die Bedingungen, unter denen sich die Tiere fortpfl anzen. Ein gesundes, gut genährtes Tier hat ein anderes hormonelles Gleichgewicht als ein gestresstes oder unterversorgtes Tier. Und genau diese Unterschiede können beeinflussen, wie Gene im Nachwuchs reguliert werden. Mit anderen Worten: Die Umweltbedingungen der Eltern wirken sich auf die Eigenschaften der nächsten Generation aus.
Auch die gestreiften Baumruten lassen sich in diesem Licht neu verstehen. Es könnte sein, dass Stoffe aus dem Bast ins Trinkwasser gelangen und den inneren Zustand der Tiere beeinflussen – etwa ihre Stressreaktion, hormonelle Balance oder allgemeine physiologische Verfassung. Über das Nervensystem und hormonelle Signale kann dieser Zustand indirekt mitbestimmen, welche Gene in den Tieren aktiv sind. Solche Zusammenhänge sind aus der modernen Biologie und Medizin grundsätzlich bekannt, auch wenn sich der konkrete Mechanismus im Einzelfall nicht rekonstruieren lässt. Wenn man all diese Faktoren zusammennimmt, ergibt sich ein schlüssiges Bild. Eine Tierpopulation enthält bereits genetische Varianten für unterschiedliche Fellmuster (MARÍN 2018; MORGAN 1999; STEINER 2007). Durch gezielte Auswahl verändert Jakob die Häufi gkeit dieser Varianten. Gleichzeitig schafft er Bedingungen, unter denen bestimmte Gene bevorzugt aktiv werden. Das Ergebnis ist eine Zunahme der Anzahl gesprenkelter Tiere.
Interessanterweise kann ein Teil dieser Effekte sogar über Generationen hinweg bestehen bleiben. Epigenetische Markierungen werden zwar größtenteils zurückgesetzt, aber nicht immer vollständig. In manchen Fällen können sie an die nächste Generation weitergegeben werden (HEARD 2014). Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür liefert die moderne Forschung mit Mäusen. Im sogenannten Agouti-Modell führt eine kleine Veränderung im Erbgut – ein „springendes Gen“ im Kontrollbereich eines Pigmentgens – dazu, dass die Fellfarbe stark von epigenetischen Markierungen abhängt. Entscheidend ist dabei der Methylierungszustand der DNA. Und dieser wiederum kann durch die Ernährung der Mutter beeinflusst werden (MORGAN 1999; DOLINOY 2008).
Solche Befunde zeigen, dass Vererbung kein starrer Prozess ist. Gene legen zwar den Rahmen fest, aber Umwelt und Lebensbedingungen entscheiden mit darüber, wie sie genutzt werden. Die Grenze zwischen genetischer Veranlagung und Umwelteinfluss ist daher viel durchlässiger, als lange angenommen wurde.
In diesem Licht erscheint die Jakob-Erzählung überraschend modern. Sie beschreibt keine Moleküle und keine Gene – aber sie könnte eine reale Beobachtung enthalten: dass Vererbung formbar ist und von den Umständen abhängt. Die Sprache der Bibel übersetzt diese Einsicht in anschauliche Bilder. Doch die zugrunde liegenden biologischen Zusammenhänge sind durchaus kompatibel mit dem heutigen Wissen.
Peter Borger
Quellen
BORGER P (2023) Stud Integr J, 30: 22–27.
DOLINOY DC (2008) Nutr Rev, 66 Suppl 1(Suppl 1): S7-11.
HEARD E, MARTIENSSEN RA (2014) Cell, 157(1): 95-109.
LE PAPE E et al. (2009) Proc Natl Acad Sci U S A, 106(6): 1802-7.
MARÍN JC et al. (2018) Front Genet, 9:487.
MORGAN H et al. (1999) Nat Genet 23, 314–318.
STEINER CC, WEBER JN, HOEKSTRA HE (2007) PLoS Biol, 5(9): e219. Erratum in: PLoS Biol. 2008 Feb;6(2):e36.
Werkzeugfunde sprengen Theorien der Evolution der Menschen
In Deutschland wurden zahlreiche Steinwerkzeuge entdeckt, die deutlich älter sind als die bisher allgemein akzeptierten ältesten Steinwerkzeuge aus Afrika. Diese Funde stehen im Widerspruch zu den evolutionären Ursprungstheorien des Menschen und eröffnen wieder die alte Eolithendiskussion.
In Kiesgruben in Rheinhessen wurden seit den 1980er-Jahren zahlreiche Steinwerkzeuge aus Quarzit entdeckt. Diese Fundstücke waren der Anlass für eine detaillierte geologische Untersuchung der Kiesgruben durch Matthias GRIMM (Rheinische Naturwissenschaftliche Gesellschaft / Naturhistorisches Museum Mainz), Michael WEIDENFELLER und Andreas EBERTS (Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz) sowie Bastian GRIMM (GRIMM et al. 2022).
Die Artefakte stammen nach den Geologen aus einer frühpliozänen Schicht (mittleres Zancleum) mit einem Alter von 4,3–4,6 Millionen radiometrischen Jahren (MrJ). Die frühpliozänen Werkzeugfunde wurden von folgenden Forschern publiziert (HUMBURG et al. 2026):
• Dr. Christian HUMBURG, Amateurarchäologe und Sammler, Arbeitsgruppe Paläolithikum Hessen
• Dr. Dr. Axel VON BERG, Leitender Archäologe der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz
• Prof. Dr. Lutz FIEDLER, Universität Marburg und Landesamt für Denkmalpflege, Archäologie, Hessen, i. R.
• Dr. Hartmut THIEME, Landesamt für Denkmalpflege Archäologie, Niedersachsen, i. R.
Von diesen Forschern dürfte Hartmut THIEME als Entdecker der weltberühmten Speere von Schöningen, die er auch in einer Nature-Publikation beschrieben hat (THIEME 1997), wohl am bekanntesten sein.

Abb. 1: Rindenfreie polyedrische Artefakte aus frühpliozänen Ablagerungen und Werkzeuge mit Spitze (Pics) von Gutenberg (Überlassung von C. HUMBURG). Die Vielzahl dieser Fundstücke ist allein schon ein Beweis für die Artefaktnatur des Gutenberginventars. Fotos: Thomas Küchler.
Die geologischen Umstände und die große Anzahl der Funde mit typischen Artefaktmerkmalen sprechen eindeutig für die Werkzeugnatur des Inventars. Mit einem speziellen Spaltverfahren wurden von den Werkzeugherstellern zunächst Trümmerstücke bzw. Splitter aus Quarzitgeröllen als Rohlinge hergestellt. Die Rohlinge wurden anschließend bearbeitet. Das Werkzeuginventar beinhaltet einfache zugespitzte Werkzeuge (Pics), einfache Faustkeile, Messer, Schaber, Geröllgeräte (Chopper, Chopping-tools), vielflächige Stücke (Polyeder) sowie Kerne.
Die frühpliozänen Artefakte zeichnen sich durch eine ausgewaschene Oberfläche mit abgerundeten Kanten aus. Durch diesen Umstand ist die Artefaktnatur jedes einzelnen Fundes nicht leicht zu bestimmen. Allerdings ist allein schon die große Zahl an Pics und rindenfreien Polyedern ein klarer Beweis für Werkzeuge, denn Pics und Polyeder kommen als Naturprodukte nur sehr selten vor (HUMBURG et al. 2026; Abb. 1).
Die Entdecker und Beschreiber der Werkzeugfunde lehnen den Frühmenschen Homo erectus als Verursacher der Artefakte ab. Stattdessen schlagen sie bisher rein hypothetische Nachfahren von europäischen Dryopithecinen („späten Pithecinen“ – Pithecus = Affe), als Werkzeugmacher vor. Diese vorgeschlagenen Menschenaffen sind jedoch als Hersteller der Werkzeuge völlig unplausibel, denn bei heute lebenden Tier- und Menschenaffen wurde in freier Wildbahn noch nie eine bewusste Steinspaltung, geschweige denn die Bearbeitung eines Steinstückes beobachtet. Nur Homo erectus oder ein anderer heute unbekannter früher echter Mensch kann nach derzeitigem Kenntnisstand der Hersteller der frühpliozänen Werkzeuge gewesen sein. Christian HUMBURG und seine Kollegen akzeptieren nicht nur pliozäne, sondern auch noch ältere Funde mit Artefaktmerkmalen aus dem oberen Miozän (ca. 7 MrJ alt) als echte Werkzeuge, da sie es für möglich halten, dass auch diese Werkzeuge von „späten Pithecinen“ hergestellt wurden. Damit eröffnen die Forscher die als überwunden geglaubte alte Eolithendebatte. BRANDT (2019) hat in dem Buch „Vergessene Archäologie“ diese Debatte ausführlich dargestellt und für eine Wiederanerkennung der zwischenzeitlich als Naturprodukte abgetanen Eolithen als menschliche Hinterlassenschaften plädiert.

Abb. 2: Artefakte aus dem oberen Oligozän (ca. 23–27 MrJ alt) aus Belgien. In Boncelles wurden Gruppen verschiedener Werkzeugtypen aus nur einigen Kubikmetern Aushub gewonnen. (Aus BRANDT 2019)
Die Werkzeuge aus Rheinhessen aus dem frühen Pliozän mit einem Alter von ca. 4,3–4,6 MrJ stellen die derzeitigen evolutionären Theorien zum Ursprung des Menschen in Frage, denn nach diesen soll sich der echte Mensch erst viel später im darauffolgenden Pleistozän (Eiszeitalter) vor etwa 2,1 MrJ in Afrika aus „Vormenschen“ entwickelt haben. Noch ältere, ebenfalls völlig eindeutige Artefaktinventare aus dem unteren Miozän (ca. 20–23 MrJ), oberen Oligozän (ca. 23–27 MrJ; Abb. 2) und oberen Paläozän (ca. 56–59 MrJ), die in „Vergessene Archäologie“ dargestellt sind, diskutieren HUMBURG et al. (2026) jedoch nicht. Dies hat wahrscheinlich seine Ursache darin, dass die Forscher diesen Inventaren keine plausiblen Hersteller in einem evolutionstheoretischen Kontext zuordnen können. Diese Werkzeuge sprengen somit alle vorgeschlagenen evolutionären Abstammungstheorien des Menschen und stellen auch die konventionellen langen Zeiträume in Frage (BRANDT 2019).
Es bleibt positiv zu bemerken, dass HUMBURG et al. (2026) sich nicht gescheut haben, das aus evolutionstheoretischer Sicht sehr provokante Buch „Vergessene Archäologie. Steinwerkzeuge fast so alt wie Dinosaurier“ (1. Aufl . 2011) und den Artikel „Stone tools from the early Tertiary in Europe“ aus dem schöpfungstheoretisch orientierten Answers Research Journal als wissenschaftliche Quellen in ihrer evolutionstheoretisch orientierten Forschungsarbeit zu zitieren. Die neuen frühpliozänen Werkzeugfunde werden ausführlich unter https://tinyurl.com/9rktpkd5 beschrieben und diskutiert.
Michael Brandt
Quellen
BRANDT M (2013) Answers Research Journal 6, 231–264.
BRANDT M (2019) Vergessene Archäologie. Steinwerkzeuge fast so alt wie Dinosaurier. 2. erw. Aufl., Holzgerlingen.
GRIMM MC, EBERTS A, WEIDENFELLER M & GRIMM BEWW (2022) Mainzer geowissenschaftliche Mitteilungen 50, 105–134.
HUMBURG C, VON BERG A, FIEDLER L & THIEME H (2026) Artefacts from Pliocene and Early Pleistocene Gravel Deposits in the Rhine Rift Valley near Gutenberg, Rhenish Hesse, Germany. https://www.researchgate.net/publication/399185176.
THIEME H (1997) Nature 385, 807–810.
Die pliozänen Fußspuren von Laetoli (Neuerscheinung)
Ein Buch über menschliche Fußspuren, die „viel zu alt“ sind.
Brandt, Michael: Die pliozänen Fußspuren von Laetoli. Stolperstein und Lehrstück der Paläoanthropologie. Concepcion Seidel 2026. 140 S. Hardcover, 53 meist farbige Abbildungen; 24,95 €.
Die Fußabdrücke von Laetoli sind in der Urmenschenforschung von besonderer Bedeutung. Sie werden auf ein Alter von 3,66 Millionen Jahren datiert – lange vor dem angenommenen Beginn der Menschheitsgeschichte (2 Mio. Jahre). Die meisten Wissenschaftler ordnen diese Fußspuren dem großaffenartigen Australopithecus afarensis zu, einer mutmaßlichen evolutionären Übergangsform zum Menschen. Michael Brandt zeigt jedoch auf, warum die Spuren anders zu interpretieren sind.
Aus unserer Forschung
Liebe Info-Leser, in dieser Rubrik können Sie kurze Zusammenfassungen unserer neueren „Online-Artikel“ lesen. Diese Artikel sind wichtige Bausteine in unserer Arbeit und eher fachlich gehalten. Mit den Zusammenfassungen möchten wir sie einem breiten Publikum zugänglich machen.
Mendels Erbsen: Neue Forschungsergebnisse sprechen für Schöpfung
Der Augustinermönch Gregor Mendel wird aufgrund seiner bahnbrechenden Studien über Vererbung bei Erbsen als „Vater der Genetik“ bezeichnet. Mendel untersuchte dabei sieben Merkmale, bei denen jeweils zwei verschiedene Merkmalsausprägungen beobachtet werden, z. B. glatte oder schrumpelige Haut der Erbsen. Schon vor einiger Zeit waren die genetischen Grundlagen von vier der sieben Merkmale untersucht worden. Kürzlich publizierte eine Forschergruppe Untersuchungsergebnisse an den drei noch verbliebenen Merkmalen. Nigel Crompton hat die Ergebnisse analysiert und die gewonnenen Erkenntnisse an allen sieben Merkmalen in einem Special Paper ausführlich beschrieben. Es zeigt sich, dass ausnahmslos alle sieben Merkmale nichtreduzierbar komplex sind, also aus vielen unverzichtbaren zusammenwirkenden Teilen bestehen. Weiterhin hat sich Aus unserer Forschung herausgestellt, dass Mutationen Teile dieses nichtreduzierbaren Komplexes verändern oder sogar eliminieren können, was zu einer Änderung in der Merkmalsausprägung führt (z. B. schrumpelige statt glatte Haut).

Abb. 1: Blüten der Speiseerbse (Pisum sativum) (CC BY-SA 3.0, reativecommons.org/ licenses/by-sa/3.0/deed.de)
Nichts in der Studie deutet jedoch darauf hin, dass Mutationen neue Merkmale hervorbringen können. Verschiedene Merkmalsausprägungen leiten sich aus bereits vorhandenen Merkmalen ab, aus der bereits vorhandenen genetischen Information, die anfänglich zur Bildung der Merkmale bereitgestellt wurde. Diese anfangs vorhandene genetische Information kann am besten als geschaffene Ausgangssituation erklärt werden.
Die großen Trends in der Fossilüberlieferung der Lebewesen
Die Fossilüberlieferung der Lebewesen folgt weltweit einem ähnlichen Muster. Das Übereinander fossiler Formen in der geologischen Schichtenfolge passt im Groben zu einer evolutionären Deutung, und aus Sicht der Schöpfungslehre wird an alternativen Deutungen gearbeitet.
Wenn es eine allgemeine Evolution der Lebewesen gegeben hätte, wären aber weitere Merkmale des Fossilberichts zu erwarten: 1. zahlreiche Funde, die als Bindeglieder gedeutet werden können, 2. eine allmähliche Zunahme der Verschiedenartigkeit der Baupläne, 3. eine Darstellbarkeit der Abstammungsabfolgen in Baumform und 4. eine relativ gleichmäßige Verteilung der Fossilfunde im Formenraum möglicher Baupläne zwischen den bekannten heute lebenden und fossilen Formen. Reinhard Junker hat in einem Special Paper (wort-und-wissen.org/artikel/trends-fossilueberlieferung/) systematische Befunde aus der Fachliteratur zusammengetragen, die weitgehend ein konträres Bild zeigen: 1. Die Formen, die als evolutionäre Bindeglieder interpretierbar sind, sind aufs Ganze gesehen viel zu gering an Zahl; Mosaikformen sind in der Regel wegen Merkmalswidersprüchen nicht als Bindeglieder interpretierbar. 2. Es gibt eine klare Tendenz, wonach die maximale Verschiedenartigkeit größerer Gruppen zu Beginn der Fossilüberlieferung zu verzeichnen ist. 3. Anstelle stammbaumartiger Ähnlichkeitsbeziehungen finden sich gehäuft ausgeprägt netzartige Verbindungen zwischen höheren Gruppen (vgl. Abb.) anstelle des erwarteten eingeschachtelten Systems der Merkmalsbeziehungen. 4. Die Verteilung der heute lebenden und fossilen Formen im Formenraum ist bei größeren Gruppen auffällig diskontinuierlich.

Abb. 2: Beispiel netzartiger statt stammbaumartiger Beziehungen von Dinosaurier- und Vogelgattungen. (Quellen siehe SP)
Alle diese systematischen Beobachtungen entsprechen nicht den Erwartungen oder den Vorhersagen im Rahmen evolutionstheoretischer Modellierungen und lassen sich leichter im Rahmen eines Schöpfungsparadigmas interpretieren.
Gibt es einen Kassenbericht auf Basis christlicher Werte?
Ich glaube schon. Ein solcher Kassenbericht verbindet kaufmännische Transparenz mit Gottvertrauen. Überschüsse werden nicht vorrangig Leistung und Können von Menschen interpretiert, sondern sind ein Zeichen von Gottes Gnade. Mögliche Defizite werden nicht als Versagen dargestellt, sondern als neue Aufgabe, die mit Gottes Hilfe gemeistert werden kann. Weiterhin bestimmen Dankbarkeit, Zuversicht und Demut unser Planen: Dankbarkeit für all das Gute, das wir bereits in den letzten Jahren empfangen haben, Zuversicht, dass Gott für seine Schöpfung sorgt und uns nicht fallen lässt, und Demut in dem Bewusstsein, dass unsere Möglichkeiten im Gegensatz zu Gottes Macht begrenzt sind.
Der Mensch plant seinen Weg, aber der HERR lenkt seinen Schritt (Spr. 16,9). Mit diesem Vertrauen im Herzen wurde der Voranschlag für das Jahr 2026 erstellt (geplante Ein- und Ausgaben, s. Tabelle). Die Planung geht von einem unveränderten Spendenaufkommen und leicht wachsenden Personalkosten im ideellen Bereich aus. Das Einstellen neuer Mitarbeiter ist an ein Wachstum der Spendeneinnahmen gebunden. Wissenschaftliche Projekte (z. B. Nigel Crompton oder Stipendiaten) werden wie bisher fortgeführt. Die Einnahmen und Ausgaben für Tagungen sind unverändert und kostendeckend, das kleine Defizit resultiert aus Preisnachlässen für Kinder und Jugendliche. Die notwendigen Rücklagen ermöglichen Zinseinnahmen, die aber durch Bankkosten reduziert werden. Die erwarteten Einnahmen der Medienstelle entsprechen dem (leicht rückläufigen) Umsatz von 2025. Hier sind wir zuversichtlich, dass neue Veröffentlichungen und eine breitere Präsenz unserer Infostände zu einer Stabilisierung des Umsatzes führen. Die Ausgaben der Medienstelle sind höher, da der notwendige Personaleinsatz gestiegen ist. Insgesamt planen wir für das Jahr ein kleines Defizit in Höhe von 8.300 Euro.
Wie schon gesagt: in Dankbarkeit, Zuversicht und Demut. Wir lassen uns gerne
auf der Einnahmenseite positiv überraschen!
Ihr Stephan Schmitz (Schatzmeister)
STUDIUM INTEGRALE JOURNAL
Das evolutionskritische Magazin
Themen Heft 1 / 2026
• B. Scholl: Missverständnisse über Evolution. Wird die Entstehung der Arten häufig falsch verstanden?
• R. Junker: Die großen Trends in der Fossilüberlieferung der Lebewesen. 1. Vorhersagen, fossile Abfolgen und Abgrenzbarkeit größerer Gruppen
• N. Buijink: Endogene Retroviren – evolutionäre Narben oder konzipiert für eine bestimmte Funktion?
• B. Scholl: „Schmetterlingsdoppelgänger“ aus dem Erdmittelalter
• P. Borger: Überraschung bei Hammerhaien. Kopfform und genetische Merkmale passen nicht zusammen.
• B. Schmidtgall: 40.000 Jahre alte RNA?
• R. Schäffer: Zanclianische Megaflut des Mittelmeers. Neue Belege für einzigartige Flutkatastrophe
• L. Schneider: Wie bestimmt man das Alter von Sternen?
• A. Ehrmann: Heliumplanet ohne Sauerstoff und Stickstoff
• B. Kilchör: Keilschriftliche Einflüsse auf die Bibel – wann und wie?
Streiflichter: Dramatisch schneller Gletscherrückzug in der Antarktis • Entstehung eines klassischen Sedimentgesteins binnen Jahrzehnten • Eine keilschriftliche Bulle aus Jerusalem – und was sie uns zu sagen hat • Super organisierte Fadenwürmer • Leisten Mäuse Erste Hilfe? • Kollektive Intelligenz bei Ameisen „menschenähnlicher“ als bei Schimpansen • Papageien lernen als einzig bekannte Tiere von Dritten • Dinosaurier mit Hufen? • Der „Wundersaurier“ Mirasaura • Plötzliches Erscheinen der Flugsaurier bestätigt • Himmlisch gesteuert – Bogong-Falter auf Sternenkurs • Eine stachelige Angelegenheit
Jahresabo (2 Ausgaben; je 64–72 S.): 16,– € (außerhalb D: 19,–) / 23,– SFr (Studenten/Schüler: 11,– €; außerh. D: 14,– / 15,– SFr); Einzelheft: 9 €; älteres Kennenlernexemplar 4,– € / 6,– SFr ( jeweils inkl. Versandkosten; Bestellung mit beiliegendem Coupon)