Das Design-Argument in der Biologie – ein Lückenbüßer?
Zusammenfassung
Das Design-Argument in der Biologie besagt, dass bei Vorliegen definierter Design-Indizien und bei gleichzeitigem nachhaltigem Scheitern natürlicher Entstehungskonzepte in einem Schluss auf die derzeit beste (bzw. einzige) Erklärung auf ein in der Vergangenheit liegendes Wirken eines Schöpfers geschlossen werden kann. Gegen das Design-Argument wird oft eingewendet, es werde aus den Lücken unserer naturwissenschaftlichen Kenntnisse auf einen Schöpfer geschlossen (argumentum ad ignorantiam, Schluss aus Nichtwissen). Dies sei wissenschaftlich (und theologisch) verkehrt, weil aus Lücken nichts gefolgert werden könne und man versuchen sollte, diese Lücken durch weitere Forschung – ausschließlich über naturwissenschaftliche Erklärungen – zu schließen.
Diese Argumentation gegen das Design-Argument ist aus drei Gründen nicht haltbar. Erstens wird eine naturwissenschaftliche Erklärbarkeit bzw. eine natürliche Entstehung und Entwicklung der Lebewesen a priori und ohne stichhaltige Begründung vorausgesetzt, zweitens werden aus einem größeren Argumentationszusammenhang der negativ Aspekt des Design-Arguments unsachgemäß isoliert und die positiven Aspekte übergangen und drittens werden verschiedene Qualitäten von Wissens-Lücken nicht unterschieden, was zu fehlerhafter Argumentation führt.
Summary (via DeepL)
The design argument in biology holds that, given the presence of specific evidence of design and the persistent failure of naturalistic explanations, one can conclude that the currently best (or only) explanation is the past action of a Creator. A common objection to the design argument is that it infers the existence of a Creator from the gaps in our scientific knowledge (argumentum ad ignorantiam, an argument from ignorance). This is claimed to be scientifically (and theologically) flawed because no conclusions can be drawn from gaps, and one should instead attempt to close these gaps through further research—exclusively using scientific explanations.
This line of reasoning against the design argument is untenable for three reasons. First, the possibility of a scientific explanation—or a natural origin and evolution of living beings—is assumed a priori and without sound justification; second, the negative aspect of the design argument is improperly isolated from the broader context of the argument, while the positive aspects are overlooked; and third, no distinction is made between different types of gaps in knowledge, which leads to flawed reasoning.