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Michael Egnor & Denyse O'Leary : „The Immortal Mind“

A Neurosurgeon's Case für the Existence of the Soul
Worthy Books


Nachfolgend eine Rezension von Benjamin Scholl:

Zusammenfassung

Der Neurochirurg Michael Egnor hat zusammen mit der auf Kognition spezialisierten Wissenschaftsjournalistin Denyse O‘Leary im Juni 2025 ein neues Buch herausgebracht, das in der Intelligent Design-Bewegung und darüber hinaus einige Bekanntheit erlangt hat: „The Immortal Mind“. Darin geht es um die Frage, ob die klassische Neurowissenschaft die Existenz einer Seele bzw. eines vom Gehirn unabhängigen Geistes widerlegen konnte oder nicht. Dabei stellen die Autoren die typische Sichtweise des strikten Materialismus, d. h. dass die Seele mit dem Gehirn und seinen biochemischen Prozessen identisch ist, der Sichtweise des Dualismus gegenüber, welche davon ausgeht, dass der Mensch einen physischen Körper und zusätzlich einen immateriellen Geist hat.

Letztlich fasst Egnor seine eigene Entdeckungsreise zu diesem Thema so zusammen (S. 120): „Ich habe gelernt, dass die Fähigkeit, frei zu wählen, nicht aus dem Gehirn selbst zu kommen scheint, obwohl unbewusste Versuchungen, die aus dem Gehirn auftauchen, uns ständig bombardieren. Ich erfuhr auch, dass manche Menschen selbst im tiefsten Koma noch klar denken können und mit Hilfe moderner Technik sogar Fragen beantworten können. Ich erfuhr, dass Nahtoderfahrungen erstaunlich häufig vorkommen und dass einige dieser Erfahrungen auftreten, obwohl die Ärzte bestätigt haben, dass das Gehirn überhaupt nicht funktioniert hat. Im Fall von Pam Reynolds konnte ihr Gehirn gar nicht arbeiten, als sie ihre Nahtod-Erfahrung hatte – ihr Herz hatte aufgehört zu schlagen, und ihr Gehirn war nicht mehr durchblutet!“ Damit bleibt laut Egnor festzuhalten, dass es „keinen Grund zu der Annahme gibt, dass die materialistische Neurowissenschaft ‚wissenschaftlicher‘ ist als der traditionelle Dualismus, den sie zu ersetzen hoffte“ (S. 111). Die dualistische Sicht des Geistes ist stattdessen empirisch wesentlich tragfähiger als die materialistische (S. 103).

Wie überzeugend die im vorliegenden Buch angebrachten Argumente insgesamt sind, wird in der folgenden Rezension (22 Seiten) besprochen.

 

Inhalt
Einleitung S. 1
Die materialistische Weltsicht S. 2
Split Brain S. 3
Was sich von Neurologen stimulieren lässt – und was nicht S. 5
Wenn große Teile des Gehirns fehlen S. 5
Koma-Patienten S. 8
Plötzliche Klarheit kurz vor dem Tod S. 9
Siamesische Zwillinge mit zusammengewachsenem Gehirn S. 10
Nahtoderfahrungen (NDEs) S. 12
Weitere Argumente: Unterschiede zwischen Mensch und Tier bzw. KI S. 15
Auswirkungen des Menschenbildes S. 16
Schlussfolgerungen S. 17
Kritische Einordnung S. 18
Literatur S. 21