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Wort-und Wissen-Info 1/2024


Grußwort von Boris Schmidtgall

Liebe Freunde von Wort und Wissen,

ein zentraler Aspekt der Aktivitäten von Jesus Christus war das Führen von Gesprächen. Um Menschen die frohe Botschaft verständlich zu machen, gebrauchte er geistreiche Gleichnisse, stellte überraschende Fragen und nahm sich Zeit, um mit den Menschen zu diskutieren. Dabei fällt auf, dass Jesus keineswegs nur mit Menschen debattierte, die ihm wohlgesonnen waren. Nein, er beschränkte sich nicht auf die Unterweisung seiner Jünger und flüchtete nicht vor denen, die seine Lehre ablehnten. Er ließ sich sogar auf Sadduzäer und Pharisäer ein, wohl wissend, dass sie ihn intellektuell bloßstellen wollten. Darin spiegelt sich das konsequente Ausleben des Gebots der Feindesliebe wider. Diesem Grundsatz – der Bereitschaft, sich auf schwierige Kontroversen einzulassen, um ahrheitssuche zu betreiben – ist zu einem guten Teil die Entwicklung der Wissenschaftskultur in Europa zu verdanken. Während es in vielen Kulturen üblich war, dass die herrschenden Schichten darüber bestimmten, was wahr ist, entwickelte sich in Europa über viele Jahrhunderte allmählich und trotz vieler Rückschläge eine Tradition der ergebnisoffenen wissenschaftlichen Debatte. Dazu gehörte auch die öffentliche Disputation – im Mittelalter war es üblich, die Erkenntnis einer Doktorarbeit auch gegen Einwände von Laien auf offener Straße verteidigen zu können.

Wir vermögen nichts gegen die Wahrheit

Eine weitere wichtige Errungenschaft in der Wahrheitssuche ist der Vorrang des experimentellen Resultats vor der rein theoretischen Hypothesenbildung durch menschliche Autoritäten. Roger Bacon stellte dieses Prinzip im 13. Jh. auf und musste deswegen einige Zeit im Gefängnis sitzen. Und es folgten weitere kluge Köpfe wie Nicolaus Kopernikus oder Johannes Kepler, die mutig, neugierig und diskussionsbereit waren. Ende der 1850er-Jahre schrieb die französische Akademie der Wissenschaften einen Preis für die Beantwortung der Frage aus, ob Leben aus toter Materie entstehen kann. Louis Pasteur konnte treffend darlegen, dass das nicht möglich ist – und viele Andersdenkende ließen sich von seinen guten Argumenten überzeugen. Das war damals – heutzutage ist jedoch dogmatisch gesetzt: Wissenschaft ist der Versuch, die Welt ohne intelligente Verursachung zu erklären. Das gilt auch für Rekonstruktionen der Naturgeschichte – die Modellbildung findet ausschließlich im Rahmen der Evolutionslehre und des Naturalismus statt. Im akademischen Bereich sind Diskussionen über Schöpfung und Evolution auf naturwissenschaftlichem Gebiet weithin emotional vergiftet oder werden einfach als „unwissenschaftlich“ abgetan. Dass dennoch auch heute sachlich über solche Fragen diskutiert werden kann, zeigt ein neues Buch, das wir gern an dieser Stelle allen interessierten Lesern empfehlen: „Schöpfung und Evolution? Drei Wissenschaftler. Drei Positionen. Eine Debatte.“ Darin ist ein dreiteiliger Austausch von Prof. Dr. Barbara Drossel,
Dr. Reinhard Junker und Prof. Dr. Siegfried Scherer wiedergegeben. Im ersten Teil legt jeder seine Position dar, im zweiten Teil wird jeweils auf die Positionen der beiden anderen Diskutanten eingegangen und im dritten erfolgt die Verteidigung der eigenen Position angesichts der Einwände der Diskussionspartner, die im zweiten Teil geäußert wurden. Auch wenn wir als Studiengemeinschaft
W+W eindeutig die Überzeugung von Reinhard Junker teilen, schätzen wir seine Diskussionspartner und hoffen, dass das neue Buch nicht nur der Wahrheitssuche dienlich ist, sondern auch der Förderung
ergebnisoffener Debatten anstelle von Alternativlosigkeit – auch in anderen Fragen als der Ursprungsforschung. „Denn wir vermögen nichts gegen die Wahrheit, sondern nur für die Wahrheit.“
(2. Kor 13,8)

Ihr Boris Schmidtgall

Sind Affen so schlau wie Schulkinder?

Die Tagesschau behauptet, Schimpansen seien vergleichbar intelligent wie Schulkinder

Am 19.12.2023 wusste ich nach dem Lesen von tagesschau.de nicht recht, ob ich lachen oder weinen soll. Dort wurde behauptet, die vermeintlichen gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Schimpanse hätten ein erstaunliches Langzeitgedächtnis gehabt und wären Kindern im Alter von fünf bis sechs Jahren ebenbürtig. Doch der Reihe nach.
Lewis und Kollegen hatten im Dezember 2023 in der renommierten Wissenschaftszeitschrift PNAS eine Studie vorgestellt, in der sie 26 Schimpansen Fotos von Artgenossen gezeigt hatten, die sie seit mindestens 9 Monaten nicht gesehen hatten (sie waren gestorben oder in einen anderen Zoo umgezogen). Um die Aufmerksamkeit der Schimpansen und Zwerg-Schimpansen (Bonobos) zu

Abb. 1: Bildliche Veranschaulichung der Behauptung der Tagesschau, Bild: Adobe Stock

untersuchen, wurde das sogenannte „Eye-Tracking“ angewendet. Die Tiere bekamen über einen Schlauch Fruchtsaft zum Schlürfen, um sie ruhig zu halten. Währenddessen zeigte man ihnen je zwei Fotos von einem fremden Schimpansen sowie von einem Artgenossen, mit denen sie längere Zeit keine Begegnung mehr gehabt hatten. Mittels Kamera nahm man die Augenbewegungen sowie das Verhalten der Tiere auf und schlussfolgert dann von vermehrtem Blickkontakt mit dem Foto auf gesteigertes Interesse. Dies ist ein bekanntes Verfahren der verhaltensbiologischen Forschung.
Und tatsächlich betrachteten die Tiere ihnen bekannte Artgenossen um 11 bis 14 % länger und hörten in seltenen Fällen sogar mit dem Trinken auf. Dies galt auch für Artgenossen, die sie seit bis zu 26 Jahren nicht gesehen hatten (ebd.)! Die Zwergschimpansin „Louise“ erinnerte sich nach 26 Jahren noch an eine Schwester und einen Neffen. Damit stellten die Schimpansen einen neuen Rekord für das Erinnern an Artgenossen im Tierreich auf. Bei Zwergschimpansen lag bisher der Rekord für das akustische Wiedererkennen von Artgenossen bei 5,5 Jahren. Lewis et al. konnten außerdem „signifi kante, aber schwache Hinweise“ darauf finden, dass die Dauer des Blickkontaktes damit korrelierte, wie positiv die Beziehung zu dem erblickten Artgenossen früher gewesen war. Sich daran zu erinnern, ob die bisherigen Begegnungen mit einem Artgenossen positiv oder negativ waren, ist nebenbei bemerkt eine wichtige Fähigkeit für alle Tiere, die in sozialen Gruppen (nicht aber in anonymen Verbänden) leben (Stichwort in der Verhaltensbiologie: „tit for tat“ – „wie du mir, so ich dir“; s. Lewis et al. 2023). Selbst Papierwespen der Art Polistes fuscatus erkennen die „Gesichter“, bzw. Maskenzeichnungen ihrer individuellen Artgenossen. Auch Schafe sind in der Lage, das Gesicht von Artgenossen und auch Menschen zu erkennen.
Tatsächlich ist das Erinnerungsvermögen bei Schimpansen eine beachtliche Leistung. Unpassender Weise wurde die Gelegenheit in reflexartiger Manier genutzt, um für die gemeinsame Abstammungs-geschichte von Schimpansen und uns Menschen zu argumentieren – sowohl bei wissenschaftlichen Zeitschriften wie PNAS als auch bei populärwissenschaftlichen Medien wie wissenschaft.de oder Tagesschau (vgl. Lewis et al. 2023; Vieweg 2023; Witting 2023). Dazu ein Zitat aus der Tagesschau (Witting 2023): „Da das ausgeprägte soziale Gedächtnis sowohl bei Menschen als auch bei Menschenaffen vorliegt, geht die Anthropologin Lewis davon aus, dass schon der gemeinsame Vorfahre von Affe und Mensch vor mehreren Millionen Jahren über diese Sozialkompetenz verfügte. Die Anthropologin vermutet sogar, dass Menschenaffen verlorene Freunde vermissten.“ Noch weiter geht aber die folgende Aussage, bei der Witting (2023) im Tagesschau-Artikel auf die Neurobiologin Ilka Diester von der Universität Freiburg verweist: „So stünden Schimpansen und Bonobos emotional und kognitiv etwa auf einer Stufe mit fünf- bis sechsjährigen Kindern.“ Diese zwei Aussagen sollen im Folgenden faktenbasiert kommentiert werden.
Im ersten Zitat wird eine gemeinsame evolutionäre Abstammung von Menschen und Schimpansen unterstellt, und zwar mit der Begründung, es gebe Ähnlichkeiten in der Fähigkeit sich an Artgenossen zu erinnern. Das ist Darwins typisches Ähnlichkeitsargument. Merkmalsähnlichkeiten sind jedoch selbst im Rahmen eines evolutionären Weltbildes keineswegs ein zwingendes Indiz für Verwandtschaft (das sogenannte Konvergenz-Problem; Junker & Widenmeyer 2021). Darauf haben nicht nur wir, die SG W+W, sondern auch schon viele andere hingewiesen. Davon abgesehen wird bei Ähnlichkeiten von Körperbau, Verhalten, Kommunikation und Kognition von Evolutionsbiologen und Wissenschaftspresse in Bezug auf Schimpansen häufig inkonsistent argumentiert. Ähnlichkeiten mit dem Menschen werden oft überbetont und Unterschiede häufig verschwiegen. Kommen dieselben Fähigkeiten aber bei anderen Affenarten oder stammesgeschichtlich weiter entfernten Säugetieren oder Vögeln vor, wird daraus kein Argument für gemeinsame Abstammung abgeleitet.
Dies wird auch beim Erinnerungstest sichtbar. Die bisherigen Rekordhalter waren nämlich keinesfalls Affen, sondern Delfine (Vieweg 2023): Bei Großen Tümmlern wurde nachgewiesen, dass sie sich bis zu 20 Jahre an den Erkennungspfiff eines bestimmten Artgenossen erinnern können. In sieben Fällen war die Reaktion der Delfine auf den Erkennungspfiff „alter Bekannter“ von vor über 15 Jahren mindestens so stark wie Reaktionen auf Artgenossen, die sie noch in den letzten fünf Jahren gesehen haben. Die Dauer der Trennung spielte also keine Rolle (ebd.) Es gibt viele weitere beeindruckende Gedächtnisleistungen bei Lebewesen. Lewis und Kollegen (2023) kennen selbst viele Befunde, die zweigen, dass auch andere Tiere wie z. B. Japanmakaken und Rabenvögel ein erstaunliches, jahrelanges soziales Erinnerungsvermögen besitzen. Doch leider wischen die Autoren diese Fähigkeiten einfach mit der für Evolutionsbiologen typischen Bemerkung vom Tisch, es sei „möglicherweise ein Hinweis auf konvergente [mehrfach unabhängig entstandene] Evolution“ (S. 1; vgl. S. 6).
Aus evolutionsbiologischer Perspektive ergibt sich daraus folgende Schwierigkeit, wenn man von ähnlichen Fähigkeiten bei Schimpansen auf eine gemeinsame Abstammung mit dem Menschen schließen will: Delfine gehören zu den Walartigen, während Menschen und Schimpansen nach evolutionärem Verständnis zu den Primaten zählen. Walartige und Primaten sollen sich aber vor ca. 87 Millionen radiometrischen Jahren auseinanderentwickelt haben. Würde man diese kognitive Ähnlichkeit zwischen Delfinen und Menschen genauso deuten wie bei Schimpansen, dann hätte bereits ein Ur-Säuger in der Oberkreide entsprechende Fähigkeiten besessen haben müssen. Doch so denkt natürlich keiner, weil das selbst für Evolutionsbiologen absurd klingt. Außerdem sei noch angemerkt, dass ohnehin keiner weiß, was genau die Schimpansen dabei denken oder fühlen, wenn sie sich an einen Artgenossen erinnern.
Die zweite zitierte Behauptung aus der Tagesschau geht sogar so weit, dass Schimpansen angeblich emotional und kognitiv auf einer Stufe mit Kindern im Alter von 5 bis 6 Jahren stünden. Das schlägt nun wirklich dem Fass den Boden aus. Kinder mit 6 Jahren gehen in die Schule. Die Liste an Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie im Unterschied zu Schimpansen besitzen – wie Sprechen, Lesen, Schreiben, Beten etc. – wäre viel zu lang, um sie vollständig hier aufzuführen. Wer selbst, wie ich als Vater, mehrere eigene Kinder in der ersten Klasse erlebt hat, käme nie auf die Idee, sie kognitiv oder emotional mit Schimpansen zu vergleichen – ganz gleich wie beeindruckend manche Fähigkeiten dieser Menschenaffen auch sein mögen.
Das Traurigste dabei ist allerdings, dass diese maßlose Übertreibung längst durch Studien widerlegt worden ist. Herman und Kollegen kamen im Jahr 2007 tatsächlich zu dem Ergebnis, dass Schimpansen bei verschiedenen kognitiven Tests ungefähr mit 2,5 Jahre alten Kindern gleichauf waren. In sozialen Tests hängten aber selbst die Kleinkinder die erwachsenen Schimpansen ab (ebd.)! Und selbst neun Monate alte Säuglinge verstehen ihre Eltern nach bisherigem Wissensstand besser, als dies bei erwachsenen Schimpansen untereinander der Fall ist. Kleinkinder im Alter von zwei Jahren schneiden bei Tests zur sozialen Kompetenz ungefähr doppelt so gut ab wie gleichaltrige Schimpansen, mit vier Jahren dreimal so gut. Auch hinsichtlich anderer kognitiver Fähigkeiten sind Menschenkinder Schimpansen sehr weit voraus, obwohl das Schimpansengehirn schneller ausreift. Der Tagesschau-Artikel ist leider auf fachlich sehr niedrigem Niveau geschrieben, doch fehlt vielen Lesern das Hintergrundwissen, um die evolutionären Spekulationen zu durchschauen. Die Befunde bestätigen jedenfalls, dass man die Gottesebenbildlichkeit des Menschen intellektuell redlich befürworten kann.

Benjamin Scholl

Die ausführliche Fassung des Artikels mit allen Literaturverweisen ist auf unserer Internetseite genesisnet.info unter Die Tagesschau behauptet, Schimpansen seien vergleichbar intelligent wie Schulkinder verfügbar.

Literatur
1. Junker R & Widenmeyer M (Hrsg.) (2021) Schöpfung ohne Schöpfer? Eine Verteidigung
des Design-Arguments in der Biologie. SCM Hänssler.
2. Lewis LS et al. (2023) Bonobos and chimpanzees remember familiar conspecifi cs for decades.
PNAS 120, e2304903120.
3. Vieweg M (2023) Tierisch tiefes Erinnerungsvermögen an Freunde, wissenschaft.de vom
18.12.2023.
4. Wittig F (2023) Schimpansen erinnern sich an Freunde, Tagesschau vom 18.12.2023,

Vom Frauenschuh zum Känguru – ein Reisebericht über die faszinierende Schöpfung

In diesem Film in Form eines Reiseberichts nimmt der Theologe und begeisterte Naturbeobachter Joachim Cochlovius den Zuschauer mit auf viele spektakuläre und schöne Naturbeobachtungen, die er gemeinsam mit seiner Frau in den letzten vier Jahrzehnten erlebt hat. Da seine Frau Biologin ist, vereint sich in dem Reisebericht eine Kombination aus geistlichen Impulsen und spannenden Hintergrundinformationen zu Natur, Tier- und Pflanzenwelt – insbesondere beim Thema Feinabstimmung. Ein ganz besonderer Schwerpunkt wird auf die Vielfalt und Schönheit in der Flora und Fauna gelegt: Vielfältige Fotografien zeigen, was das reiselustige Ehepaar auf seinen vielfältigen Reisen auf mehreren Kontinenten erlebt hat. Besonders Reisebegeisterte und Orchideen-Liebhaber werden in dem Film auf ihre Kosten kommen: Der Titel verrät schon, dass es viel um Orchideen und insbesondere auch um die Natur in Australien geht.
Da der Film immer wieder ganz natürlich und nebenbei auf die Bedingungen des Lebens und die Genialität des Schöpfers hinweist, ist er auch als niedrigschwelliges Angebot geeignet, um über den Schöpfer ins Gespräch zu kommen.

Kritisch ist nur auf zwei Dinge hinzuweisen: Erstens könnten „einfachere“ Lebensformen – entgegen der Aussage im Film – auch „ohne Dunkelheit existieren“; wohl aber keine komplexeren Ökosysteme, wie wir sie kennen. Zweitens schwankt die Qualität der Aufnahmen stark. Sehr professionelle Kamera-Einstellungen und Drohnen-Aufnahmen wechseln sich mit selbstgeschossenen Fotografien ab, deren Qualität naturgemäß nicht immer die höchste ist. Dem Staunen tut dies aber keinen Abbruch, wenn man sich vergegenwärtigt, dass professionelle Kamerateams für Naturdokumentationen im Rahmen von BBC oder terra x teilweise monatelang mit teuerster Ausrüstung warten müssen, um einige wenige scharfe Aufnahmen aufnehmen zu können. Umso beeindruckender erscheinen die auf Fotografien festgehalten Naturbeobachtungen des Ehepaars Cochlovius.
Insgesamt ist es auf jeden Fall sehr begrüßenswert, wenn Christen die erstaunliche Schöpfung in Bild und Video festhalten und so zum Staunen und Nachdenken über unseren genialen Schöpfer einladen.

Benjamin Scholl

Minihefte – W+W-Themen auf den Punkt gebracht

Argumente auf den Punkt gebracht

Ein Kernanliegen der Studiengemeinschaft W+W ist es, umfassende und differenzierte Werke zu Ursprungsfragen zu verfassen – als Hilfe für Suchende oder Ermutigung für Befürworter der Schöpfungslehre. Doch wir können auch anders. Seit Kurzem stehen drei kompakt gehaltene Minihefte zu den Themen 1. „Woher kommt das Universum?“ 2. „Dem Schöpfer auf der Spur“ und 3. „Sind wir Affen oder geschaffen?“ Im ersten Miniheft wird das Argument der Feinabstimmung der Naturkonstanten des Universums behandelt, im zweiten Heft wird dargelegt, wie Schöpfungsindizien erkannt werden können und einige besonders beeindruckende Beispiele beschrieben.
Im dritten Heft werden überzeugende Argumente für die Einzigartigkeit des Menschen und gegen die gemeinsame Abstammung von Affen und Menschen angeführt. Die Minihefte sind reich illustriert und ihre Texte allgemeinverständlich formuliert. Ausgehend von der Betrachtung der Schöpfung wird in jedem Traktat das Evangelium weitergegeben. Die Minihefte eignen sich damit ideal zum Verteilen unter Freunden und Kollegen oder bei der Straßenmission. Die Hefte können kostenlos über unseren Online-Shop bestellt werden.

Erste W+W-Regionaltagung in den Niederlanden

Am 25. November fand im südholländischen Gouda (wo auch der weltbekannte Käse herkommt) die erste niederländische W+W-Regionaltagung statt. Die Tagung wurde in Zusammenarbeit mit der Stiftung Creaton durchgeführt und war dem übergeordneten Thema „Die großen Fragen“ gewidmet. Angesichts einer schnell wachsenden Fülle an Daten über das Universum, das Leben und die biblische Archäologie scheinen die großen Fragen wieder relevant zu werden. Die Konferenz richtete sich vor allem an Lehrer und Studenten, die in der Sekundarstufe oder an der Universität tätig sind, aber auch Interessierte aus vielen anderen Berufsfeldern kamen zu der Veranstaltung.
Die Gesamtzahl der Teilnehmer lag bei etwa 90. Im Rahmen der Konferenz wurden die folgenden vier Hauptfragen thematisiert: 1. Ist die Bibel historisch zuverlässig? 2. Welche Botschaft hat das Universum? 3. Erklärt die natürliche Auslese die genetische Information? 4. Ist die Gegenwart der Schlüssel zur Vergangenheit? Eröffnet wurde die Tagung von dem Geologen Dr. Tom Zoutewelle, einem langjährigen Freund von Wort und Wissen, der seit vielen Jahren regelmäßig an der FT Geowissenschaften teilnimmt und sich mit Vorträgen beteiligt. Auch die hervorragende Organisation dieses ersten niederländischen „Outreach“ von Wort und Wissen ist größtenteils ihm zu verdanken. Ihm war es immer ein Anliegen, auch in den Niederlanden eine Gruppe von Wissenschaftlern zusammenzuführen, die bibeltreue Wissenschaft betreiben wollen. Dr. Peter Korevaar, Physiker und Leitungskreismitglied von Wort und Wissen, eröffnete das Seminar und nahm uns mit auf eine Reise durch den Kosmos, die mit der Sonne begann und uns bis zu den äußeren Grenzen unseres Wissens über das Universum führte. Er legte besonderes Gewicht auf die erstaunliche Feinabstimmung der Naturgesetze, die die Voraussetzung dafür sind, dass kein Planet auch nur annähernd so lebensfreundlich ist wie unser Heimatplanet. Der Vortrag endete mit einer Refl exion darüber, was es bedeutet, dass Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde ist.
Anschließend sprach der Archäologe und Autor einiger Bücher von Wort und Wissen, PD. Dr. Peter van der Veen, per Zoom über die Ursprünge des alten Israel. Das erste Buch der Bibel erzählt uns von den Ursprüngen und Wanderungen der Vorfahren Israels in Mesopotamien, Kanaan und Ägypten. In den letzten Kapiteln der Genesis wurde der Patriarch Joseph zum Vizekönig im Niltal eingesetzt, kurz bevor eine Hungersnot die Region heimsuchte. Diese Ereignisse werden von vielen säkularen Gelehrten als Mythen abgetan. In seinem Vortrag präsentierte Peter van der Veen die Ergebnisse seiner jahrelangen
Forschungen, die zeigen, dass Archäologie, Klimatologie und sozio-politische Bedingungen bemerkenswert gut mit den biblischen Überlieferungen übereinstimmen. In der Pause gab es reichlich Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen und mit den Referenten ins Gespräch zu kommen. Nach der Pause erörterte der Molekularbiologe und W+W-Mitarbeiter Dr. Peter Borger den verbreitet akzeptierten Mechanismus der evolutiven Höherentwicklung, nämlich die natürliche Selektion. Die natürliche Selektion ist immer noch der einzige Mechanismus, der im Rahmen der modernen Evolutionsbiologie angeführt wird, um den angenommenen Informationsgewinn im Zuge der Naturgeschichte naturalistisch (materialistisch) zu erklären. Peter Borger analysierte in seinem Vortrag dieses Prinzip, das Darwin für die Entstehung der Arten vorgeschlagen hatte. Die biologischen Daten deuten darauf hin, dass die natürliche Auslese eine biologische Gegebenheit ist, dass sie aber keine bedeutende Rolle bezüglich der Entstehung oder Erhaltung genetischer Information spielt.
Anschließend hielt Dr. Tom Zoutewelle einen Vortrag zu einem Thema aus dem Bereich der Geologie. Darin stellte er die alte geologische Annahme infrage, dass die Gegenwart der Schlüssel zur Vergangenheit sei. Zoutewelle zeigte, dass der Katastrophismus im Begriff ist, sich erneut in der Geologie durchzusetzen. Die Erdgeschichte wird nicht mehr ausschließlich mit geologischen Prozessen erklärt, wie sie heute ablaufen. Es ist bemerkenswert, dass dieses Verständnis teilweise aufgrund aktueller Beobachtungen zugenommen hat. Die Geschwindigkeit geologischer Prozesse wie Vulkanismus, Gebirgsbildung, Erosion und Sedimentation ist mit der geologischen Zeitskala nur schwer zu erklären. Zoutewelle vertrat die Ansicht, dass die Zeit reif ist für ein Überdenken der Grundsätze der Geologie. Der Tag endete mit einer Diskussionsrunde, in der die Zuhörer Gelegenheit hatten, Fragen an die Referenten zu stellen. Anschließend meldeten sich mehrere Dozenten und Pfarrer bei uns, die gerne mit uns bei unserer apologetischen und aufklärenden Arbeit an Schulen und in Gemeinden zusammenarbeiten möchten. Zusammenfassend können wir sagen, dass es ein gelungenes Seminar war, das auf jeden Fall eine Wiederholung wert ist.

Peter Borger

W+W zu Besuch im Parque Discovery  Portugal

Vom 19. bis zum 22. Oktober 2023 war Wort und Wissen mit elf Personen zu Gast im Parque Discovery in Portugal.

Abb. 1: Einige Leitungskreis-Glieder (mit Ehefrauen) und hauptamtliche Mitarbeiter zu Besuch im Park Discovery in Portugal (Martin und Oslinde Ernst, Johannes und Michaela Schrodt, Rupert und Gundi Palme, Peter Korevaar, Johannes Schweinsberg, Stephan und Monika Schmitz und Benjamin Scholl)

Der in grünen Hügeln nordwestlich von Lissabon gelegene Schöpfungserlebnispark wird seit einigen Jahren von Alexander und Christiane vom Stein geführt. Auf der letzten W+W Jahrestagung in Rehe hat Alexander die Arbeit im Parque Discovery persönlich vorgestellt. Auch ist er Autor des Lehrbuches Creatio, in dem biblische Urgeschichte und Schöpfungslehre leicht verständlich erläutert werden (erhältlich im Wort und Wissen Online-Büchershop). Im liebevoll zwischen Eukalyptusbäumen angelegten Parque Discovery befinden sich ein Schöpfungsmuseum, ein Bibelmuseum, u. a. mit einer der ersten Buchdruckpressen und einer eindrucksvollen Bibelsammlung, ein Dinosaurier- Erlebnispfad, verschiedene Unterkünfte, eine Kantine und das Haupthaus. Gruppen bis ca. 80 Personen können hier Freizeiten halten, aber auch Einzelbesucher sind herzlich willkommen. Insbesondere in den Sommermonaten wird dieses Angebot intensiv genutzt, sodass der Erlebnispark oft ausgebucht ist.

Wir wurden sehr herzlich von Christiane, Alexander und dem Discovery-Team aufgenommen und nicht nur köstlich kulinarisch versorgt, sondern auch jeden Morgen mit einer gemeinsamen Bibelarbeit. Alexander und sein Team hatten ihre Zeit ganz für uns reserviert. Sie führten uns durch den Park und organisierten eine Wanderung sowie Ausflüge zum nahegelegenen Mafra und zur malerischen Bergstadt Obidos. Wir unternahmen auch drei Exkursionen zur Atlantikküste. Besonders eindrucksvoll war die Halbinsel bei Peniche, wo wir eine geologische Lokalität mit Fossilien und das tosende Meer bestaunten. Wir blicken zurück auf wunderschöne Tage, die viel zu schnell vorbei waren, und wünschen Christiane, Alexander und dem Discovery-Team Gottes reichen Segen für ihre sehr wertvolle Arbeit in Portugal!

Peter Korevaar

Überfliessender Dank für überfliessende Versorgung

„Denn ihr kennt ja das unverdiente Geschenk unseres Herrn, Jesus, des Messias. Er wurde arm für euch, obwohl er ja reich war, damit ihr durch seine Armut reich werdet.“ (2 Kor. 8,9)
An diesem Vers aus der „Kollektenrede“ des Paulus sind mir zwei Dinge erneut klar geworden: alles was wir haben, auch alle Spenden, die die Studiengemeinschaft 2023 bekommen hat, sind unverdient. Wir können sie nicht einfordern. Gott versorgt uns mit allem, was wir brauchen. Ja, er macht uns auch reich: sein Kreuzestod für unsere Schuld, seine Auferstehung und das uns geschenkte ewige Leben machen uns „reich“ und sind zugleich das Verbindende der Spender und Freunde der Studiengemeinschaft. Aber wir haben das „unverdiente Reichwerden“ auch ganz praktisch erfahren: Das geplante Minus hat Gott in ein Plus verwandelt! Geplant war ein Defizit in Höhe von 40.000¬.
Aber durch viele kleine und große Spenden wurde daraus ein Überschuss in Höhe von ca. 7.000 ¬ (Einnahmen: 739.146¬; Ausgaben: 732.225 ¬). Wir sind besonders dafür dankbar, dass der Kostenanstieg um 13 % (Anstellung eines neuen Mitarbeiters und Umzug der Geschäftsstelle in die neuen Räumlichkeiten in Freudenstadt) durch einige größere Sonderspenden kompensiert werden konnte. Wir möchten uns an dieser Stelle besonders bei allen Mitdenkern, Betern und Spendern bedanken. Schmunzeln musste ich im Sommer, dem Zeitraum der geringsten Spenden, über eine Bemerkung auf einer Überweisung: „Gegen das Sommerloch im Sparstrumpf“. Wir sind dankbar,
dass dieses Loch bald gestopft war. Auf der Mitgliederversammlung im Rahmen der Jahrestagung werden wir die Jahresrechnung im Detail vorstellen. So werden wir in 2024 einen 3-minütigen Kurzfilm produzieren, der die Arbeit von Wort und Wissen vorstellt. Auch wird ein neues Buch über Dinosaurier verlegt werden, das eher ein jüngeres Publikum erreichen soll. Schließlich werden auch, wenn möglich, Tagungen bezuschusst: Für Kinder, Jugendliche und Studenten werden besonders günstige Sonderpreise kalkuliert, damit diese Zielgruppen dabei sein können. Als Schatzmeister möchte ich Ihnen als Spender ganz besonders für Ihre Treue und Großzügigkeit danken. Sie haben es durch Ihre Gaben ermöglicht, dass wir in 2023 das Werk ohne finanzielle Sorgen tun konnten. Möge Gott Sie dafür reich segnen.

Ihr Schatzmeister Stephan Schmitz

Studium Integrale Journal

Das evolutionskritische Magazin
Themen Heft 2 / 2023

  • R. Junker: Über den Ursprung der Neumundtiere
  • B. Scholl & M. Brandt: Besaß Australopithecus einen menschlichen aufrechten Gang?
  • S. Stripling, A. Leavitt, P. van der Veen: Ein Überraschungsfund vom Berg Ebal: „Sei verflucht durch El-Yahu“
  • B. Schmidtgall: Evolution oder Devolution? Wohin „geht“ die Entwicklung der Arten?
  • B. Scholl: Schwarz- und Weißstorch-Paar zieht Junge in freier Wildbahn auf
  • R. Junker: Das Monster, das in kein Schema passt
  • H. Binder: Tintenfische – erstaunliche Tiere mit auffälligem Genom
  • R. Junker: Mosaik an der Basis der Tiere: Ist das Nervensystem zweimal entstanden?
  • A. Ehrmann: Zusätzliche Super-Erde würde Sonnen-system instabil machen
  • P. Borger: „Parasitäre DNA“ stabilisiert Multigen-Familien

Streiflichter: Zahnvogel Janavis mit überraschendem Merkmalsmosaik • Geologisch älteste Fledermaus mit „modernem“ Aussehen • Mammuts: Degenerierte Elefanten? • Hakenblatt: Fleischfresser „on demand“ • Flügelmuster bei Schmetterlingen: sehr „alte“ genetische Module • Kapitalistische Kapuzineraffen? • Wirbeln Langschwanzmakaken die Steinwerkzeug-Geschichte durcheinander? • JUICE auf dem Weg zu den Eismonden des Jupiters • Zwischen Quantenmechanik und klassischer Physik • Harnstoff und der Ursprung des Lebens

Jahresabo (2 Ausgaben; je 56–64 S.): € 16,–  (außerhalb D: 19,–) / SFr 23,– (Studenten/Schüler: € 11,– ; außerh. D: 13,– / SFr 15,–); Einzelheft: € 9,– ; älteres Kennenlernexemplar € 4,– / SFr 6,– (jeweils inkl. Versandkosten; Bestellung mit beiliegendem Coupon)

Einladungen zu Tagungen

Jahrestagung

30. Mai – 2. Juni 2024

Ort: Christliches Gästezentrum Rehe/Westerwald, Heimstr. 49, 56479 Rehe

Vorträge

  • Prof. Dr. Nigel Crompton: Die Vogelwelt der Karibik als Zeugnis des Schöpfers
  • Dr. Susanne Roßkopf: Das Vermächtnis von „Weimar“. Die Transformation der Gesellschaft – eine Erfolgsgeschichte der Linken
  • Dr. Boris Schmidtgall: Lebenselixier und tödliches Gift – woher kommt der Sauerstoff in der Atmosphäre?
  • Dr. Stefan Koppi: Gehirn – Geist – Gott: Neurologische und biblische Einsichten
  • Prof. Dr. Richard Buggs: 1. Stammbäume der Lebewesen – gibt es sie wirklich? (mit Übersetzung) 2. Widerlegen genomische Daten die Existenz von Adam & Eva?

Parallelprogramme

  • Prof. Dr. Richard Buggs: Darwins abscheuliches Geheimnis (auf Englisch, nur am 1.6.)
  • Benjamin Scholl: Die Einzigartigkeit des Menschen
  • Prof. Dr. Nigel Crompton: Schmetterlinge – programmierte Schönheit
  • Dr. Susanne Roßkopf: Gendermainstream: Ein Bruch des Wohlvertrauten und eine Umwertung der Werte

Zusatzangebot 31.5., 14:30-17 Uhr

  • Dr. Reinhard Junker: Botanische Exkursion

Weitere Programmpunkte

  • Aktuelles aus der Arbeit von W+W
  • Ihre Fragen zu Wissenschaft und Bibel – W+W Mitarbeiter antworten
  • Talk am Kamin mit Henrik Ullrich
  • Gottesdienst am 2.6. um 9:30 Uhr Predigt: Gerd Quadflieg: Der Zusammenhang von Geschichte und Evangelium

Extraprogramm für Kinder im Alter von 6–11 Jahren

Anmeldung
Anmeldeschluss: 17. Mai 2024
Bei Anmeldungen nach dem 1. Mai 2024 erhöht sich der Tagungsbeitrag um 20,- Euro

Fachtagung Geowissenschaft

13.–16. September 2024

Ort: Éthic Étapes CIS de Champagne, 51100 Reims, Frankreich

Referenten und Themen u. a.:

  • Prof. Renata van der Weijden: Paläoklima im Tertiär durch stabile Isotope erklärt
  • Dr. Guy Gerard:Paläolandschaften im Pariser Becken
  • Dr. Peter Borger: Die rasche Radiation von Säugetieren im Tertiär durch Genomik erklärt
  • Dr. Marcus R. Ross: Die rasche Radiation von Säugern im Tertiär aus paläontologischer Sicht
  • Dr. Todd Wood: Die rasche Radiation von Säugern im Tertiär aus taxonomischer Sicht

Anmeldung/Infos

Regionaltagung Berlin

14. September 2024

Ort: EFG Berlin-Schöneberg, Hohenstaufenstr. 65, 10781 Berlin

Referenten und Themen:

  • Dr. Susanne Roßkopf: 1. 100 Jahre „Sexuelle Revolution“: Von den „Goldenen 20er Jahren“
    in die „Wilden 60er-Jahre“; 2. 100 Jahre „Sexuelle Revolution“: Gendermainstream: eine
    marxistische Anthropologie
  • Dr. Boris Schmidtgall:
    1. Wie funktioniert Wissenschaft (nicht)?
    2. Auswirkungen der Evolutionslehre auf die westliche Zivilisation

Anmeldung/Infos