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Über Radiokarbonanalysen an Bernsteinen, Diamanten, Kohlen, fossilen Hölzern und Dinosaurierknochen



In diesem Diskussionsbeitrag werden die Ergebnisse von Radiokarbonanalysen an sogenannten „alten Materialien“ wie Bernsteinen, Diamanten, Kohlen, fossilen Hölzern und Dinosaurierknochen und ihre Interpretationen diskutiert. Im Besonderen stellt sich die Frage, ob bestimmte Ergebnisse als Indiz oder gar als Evidenz dafür gewertet werden können, dass die Erdgeschichte – entgegen der etablierten Auffassung – eine kurze Geschichte ist. Diesen weitreichenden Schluss ziehen Baumgardner (2005), Snelling (2009) und Miller et al. (2019) – in unterschiedlicher Ausprägung. So lautet z. B. der Titel der Arbeit von Baumgardner (2005), in Übersetzung: 14C-Beweise für eine rezente globale Flut und eine junge Erde.

Es können zwei Fallgruppen unterschieden werden: (1) Analyseergebnisse, die sich von einem gewöhnlichen Labor-Untergrund nicht unterscheiden. (2) Analyseergebnisse, die höher als der gewöhnliche Labor-Untergrund sind und sich deutlich von ihm unterscheiden.

Zur 1. Fallgruppe ist zusammenfassend festzustellen, dass unterschiedliche Auffassungen über
Radiokarbon-Nachweisgrenzen vorliegen, insbesondere über den Labor-Untergrund. Einerseits werden
gewisse geringe Radiokarbonkonzentrationen, ausgedrückt als Prozent moderner Kohlenstoff (pMC),
als wahre Konzentrationen interpretiert, andererseits werden die gleichen Konzentrationen als nicht vom Labor-Untergrund unterscheidbar interpretiert. Letztere Interpretation bedeutet, dass die wahre Radiokarbonkonzentration nicht bekannt ist und dass das [Radiokarbon-] Alter jenseits der Altersreichweite der Datierungsmethode liegt. Dies trifft nach Ansicht des Verfassers auf die hier diskutierten Bernstein-, Diamanten- und Kohlenproben zu.

Zur 2. Fallgruppe ist zusammenfassend festzustellen, dass für Proben von fossilen Hölzern (Snelling 2009) und Dinosaurierknochen (Miller et al. 2019) eine Reihe von Analyseergebnisse vorliegen, die ausgedrückt als 14C-Alter, eine Spanne von ca. 20.000 bis 45.000 bzw. 22.000 bis 41.000 konventionellen 14C-Jahren BP umfassen. Darüber hinaus liegen für ähnliche Proben fossiler Hölzer auch Radiokarbonalter jenseits der Altersreichweite der Datierungsmethode vor. Für die Analyse von [Dinosaurier-] Knochen bedarf es wohl spezieller Kenntnisse und Prozeduren, die möglicherweise bei den beauftragten Laboratorien nicht vollumfänglich vorhanden waren.

Zur Klärung dieser unterschiedlichen Ergebnisse und Interpretationen schlägt der Verfasser vor, weitere Radiokarbonanalysen durchführen zu lassen: die Wiederholung von Analysen bestehenden Probenmaterials bzw. neuen Materials desselben Fundorts sowie neue Analysen zur Vergrößerung der Stichprobe mit Bezug auf die stratigraphischen Einheiten des Phanerozoikums. Es sollten Laboratorien ausgewählt werden, die einen gewöhnlichen, vergleichbaren Labor-Untergrund ausweisen und gegebenenfalls eine Spezialisierung auf gewisse Materialien vorweisen können.

 

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