Theistische Evolution und moderne Theologie – „Nichts Neues unter der Sonne“
Zusammenfassung:
In der gegenwärtigen Kontroverse über das Verhältnis von Evolution und Schöpfung begegnet man Denkweisen, die im Grundsatz bereits in der Antike vertreten wurden. Die Position, dass ein natürlicher Werdeprozess einen Schöpfer ausschließe, entspricht dem epikureischen Materialismus. Die Theologie zeitgenössischer Befürworter einer theistischen Evolution dagegen weist auffallende Ähnlichkeiten mit dem antiken Gnostizismus auf, wonach die Schöpfung indirekt durch einen Demiurgen hervorgebracht wurde. Diese Vorstellung gleicht dem Verständnis einer Lebewelt, die durch einen ungesteuerten Evolutionsprozess entstanden ist. Die materialistische Position wurde von der frühen Kirche mit dem Argument zurückgewiesen, dass es in der Natur sehr wohl Hinweise auf eine höchste Intelligenz gebe. Aber auch gnostische Vorstellungen eines durch einen „Demiurgen“ indirekt erschaffenden Gottes wurden verworfen. So lehrt die Heilige Schrift, dass der Sohn Gottes, Jesus Christus, der Schöpfungsmittler ist. Bemerkenswerterweise empfehlen einige bekennende Atheisten den Christen das „moderne“ Verständnis einer Schöpfung, die sich durch einen ziellosen und ungesteuerten Prozess vollzieht.
Summary (via DeepL)
In the current controversy over the relationship between evolution and creation, one encounters ways of thinking that were essentially already held in antiquity. The position that a natural process of becoming precludes a creator corresponds to Epicurean materialism. The theology of contemporary proponents of theistic evolution, on the other hand, bears striking similarities to ancient Gnosticism, according to which creation was brought about indirectly by a demiurge. This notion resembles the understanding of a living world that arose through an uncontrolled evolutionary process. The early Church rejected the materialist position on the grounds that there are indeed indications of a supreme intelligence in nature. But Gnostic notions of a God who creates indirectly through a “demiurge” were also rejected. Thus, Scripture teaches that the Son of God, Jesus Christ, is the mediator of creation. Remarkably, some professed atheists recommend to Christians the “modern” understanding of creation as taking place through an aimless and unguided process.
Inhalt:
- Einleitung
- Die Epikureischen Materialisten
- Die gnostische Irrlehre
- Atheisten und theistische Evolution