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Sind Gottes Spuren in der Schöpfung verwischt? – Eine Antwort auf irreführende Argumente gegen den Design-Ansatz in der Biologie


Artikel als PDF-Datei (7 Seiten, 235 KB, Stand: 04.11.2010)

Zusammenfassung:

Hansjörg Hemminger, Weltanschauungsbeauftragter der Württembergischen Landeskirche hat in einer kürzlich erschienenen Veröffentlichung seine Ablehnung von „Intelligent Design“ begründet (Hemminger 2010). Eine kritische Analyse seiner Argumentation ist Gegenstand dieses Artikels. In seinem Beitrag über „Schöpfungsglaube und Intelligentes Design“ erläutert Hemminger seine Sicht, dass und weshalb schöpferisches Wirken in der Natur nicht erkennbar sei. Designer-Spuren würden durch natürliche Prozesse nachträglich verwischt und es gebe Beispiele von Design-Indizien, die natürlich erklärbar seien. Damit könne an solchen Design-Kennzeichen nichts abgelesen werden. Hemmingers Kritik am Design-Argument stützt sich jedoch auf eine verkürzte Darstellung des Design-Arguments und auf selbst formulierte Design-Kriterien, die von den Befürwortern des Design-Arguments gar nicht vertreten werden. So betrachtet er fälschlicherweise bloße Muster wie Hexenringe und Baumringe als Design-Indizien, die nach den Kriterien des in Junker (2009) dargestellten Design-Arguments gar nicht als Design-Indizien gelten können. Dazu kommt, dass er diesen Mustern fälschlicherweise Information und Bedeutung zuschreibt und in eine Reihe von Strukturen stellt, die tatsächlich Information tragen (wie das Erbmolekül DNS). Die richtige Feststellung, dass Designer-Spuren im Laufe der Zeit verwischt werden können, beweist in keiner Weise, dass dies immer der Fall ist. Vielmehr muss jeder Einzelfall geprüft werden.

Hemmingers Frage nach einer experimentell kontrollierbaren Ursache „Intelligenz“ geht ebenfalls am Design-Ansatz vorbei. Es geht beim Design-Ansatz um eine historische Fragestellung, die nicht experimentell beantwortbar ist, sondern anhand von Indizien und eventuell durch Simulationen beantwortet werden muss.

Summary (via DeepL)

Hansjörg Hemminger, the Württemberg Regional Church’s representative for worldview issues, explained his rejection of “Intelligent Design” in a recent publication (Hemminger 2010). This article provides a critical analysis of his argumentation. In his essay on “Belief in Creation and Intelligent Design,” Hemminger explains his view that creative activity is not discernible in nature, and why this is the case. Traces of a designer, he argues, are subsequently erased by natural processes, and there are examples of evidence of design that can be explained naturally. Thus, nothing can be inferred from such signs of design. Hemminger’s critique of the design argument, however, is based on a simplified presentation of the design argument and on design criteria he formulated himself—criteria that are not at all advocated by proponents of the design argument. For example, he mistakenly regards mere patterns such as fairy rings and tree rings as evidence of design, which—according to the criteria of the design argument presented in Junker (2009)—cannot be considered evidence of design at all. Furthermore, he erroneously attributes information and meaning to these patterns and places them in the same category as structures that actually carry information (such as the genetic molecule DNA). The correct observation that traces of a designer can be obscured over time in no way proves that this is always the case. Rather, each individual case must be examined.

Hemmingers’ question regarding “intelligence” as an experimentally verifiable cause also misses the point of the design approach. The design approach deals with a historical question that cannot be answered experimentally, but must be addressed on the basis of evidence and, possibly, through simulations.

Literatur:

Hemminger H (2010)
>Schöpfungsglaube und „intelligentes Design“. Eine Einführung in die Naturwissenschaft beim Spazierengehen. In: Hempelmann, R (Hg) Religionsdifferenzen und Religionsdialoge. EZW-Texte 210, Berlin 2010, S. 59-70.

Junker R (2009)
Spuren Gottes in der Schöpfung? Eine kritische Analyse von Design-Argumenten in der Biologie. Studium Integrale. Holzgerlingen.