Prinzipielle Grenzen der Naturwissenschaft
Zusammenfassung
Die Naturwissenschaft beschäftigt sich generell mit den regelmäßigen Beziehungen bzw. den regelmäßigen, definierten Verhaltensweisen der Gegenstände unserer sinnlichen Wahrnehmungswelt. Sie beschäftigt sich, in anderen Worten, mit dispositionalen Eigenschaften (wenn-dann-Eigenschaften). So sind alle physikalischen Begriffe wie Masse, Ladung usw. auf solche dispositionalen Eigenschaften zurückführbar, d. h. sie müssen operationalisierbar sein, also durch ein Messverfahren definierbar.
Alles, was nicht letztlich auf solche regelmäßigen wenn-dann-Eigenschaften zurückgeführt werden kann, überschreitet die Grenzen der empirischen Naturwissenschaft. In diesem Aufsatz wird dies genau erläutert. Darauf aufbauend werden fünf grundlegende Grenzen der Naturwissenschaft dargelegt:
- Die Naturwissenschaft kann die naturgesetzliche Ordnung der physikalischen Welt aus prinzipiellen Gründen nicht erklären. Vielmehr ist die naturgesetzmäßige Ordnung sowohl eine theoretisch-methodische als auch eine metaphysische Grundvoraussetzung, um überhaupt Naturwissenschaft betreiben zu können.
- Die Naturwissenschaft kann keinerlei Aussage darüber machen, ob diese naturgesetzliche Ordnung in der Natur umfassend und ausnahmslos gilt oder nicht.
- Die Naturwissenschaft ist nicht in der Lage, über das bloße, äußerliche Verhalten der Wahrnehmungsgegenstände hinaus ihr eigentliches, inneres Wesen zu erforschen: Sie kann zum Beispiel nichts darüber sagen, ob Naturgegenstände überhaupt materiell sind, und was Materie ist, falls es sie gibt.
- Die Naturwissenschaft kann die Existenz des Universums prinzipiell nicht erklären.
- Die Naturwissenschaft kann das Geistige und seine Existenz weder erfassen noch erklären.
Summary (via DeepL)
Natural science generally deals with the regular relationships or the regular, defined behaviors of the objects in our sensory world. In other words, it deals with dispositional properties (if-then properties). Thus, all physical concepts such as mass, charge, etc., can be traced back to such dispositional properties; that is, they must be operationalizable—that is, definable through a measurement procedure.
Anything that cannot ultimately be traced back to such regular if-then properties transcends the boundaries of empirical natural science. This essay explains this in detail. Building on this, five fundamental limits of natural science are outlined:
- For fundamental reasons, natural science cannot explain the order of the physical world governed by natural laws. Rather, this order governed by natural laws is both a theoretical-methodological and a metaphysical prerequisite for the very practice of natural science.
- Natural science cannot make any statement whatsoever as to whether this order governed by natural laws applies comprehensively and without exception in nature or not.
- Natural science is unable to investigate the true, inner nature of objects of perception beyond their mere, external behavior: For example, it cannot say whether natural objects are material at all, or what matter is, if it exists.
- Natural science cannot, in principle, explain the existence of the universe.
- Natural science can neither grasp nor explain the spiritual realm and its existence.