„Baumeisterin Natur“ – Sind teleologische Begriffe in der Biologie nur Metaphern?
Zusammenfassung
Beschreibungen biologischer Strukturen machen in großem Umfang Gebrauch von Begriffen, die eine geistige Urheberschaft voraussetzen, also von Begriffen, die nur im Zusammenhang mit Planung, Zielsetzung und Zukunftsorientierung Sinn machen. Solche Begriffe sind teleologisch (von gr. telos, Ziel). Ihre Verwendung hat mit dem Fortgang der biologischen Forschung eher zu- als abgenommen. So wird der Begriff „Design“ in Fachzeitschriften seit 1990 überproportional häufiger als andere Begriffe verwendet oder es ist in neueren Evolutionstheorien beispielsweise von Rekrutierung, Neuprogrammierung oder Flickschusterei die Rede. In der Molekularbiologie hat sich der Begriff „molekulare Maschine“ eingebürgert. Alle diese Begriffe implizieren eine intelligente Planung. Begriffe wie „Bauplan“, „Maschinen“ und „Information“ werden von manchen Forschern zwar als unangemessen und irreführend angesehen, die vorgeschlagenen Alternativen bzw. Erweiterungen implizieren aber eine noch ausgeklügeltere Planung (z. B. Fehlertoleranz, exploratives Verhalten und Plastizität).
Andererseits wird in der Evolutionsforschung der Anspruch erhoben, die hypothetischen evolutiven Wandlungen alleine auf der Basis von naturwissenschaftlich fassbaren bloßen Gesetzmäßigkeiten zu beschreiben, und Teleologie wird ausdrücklich ausgeschlossen. Die in der Beschreibung biologischer Strukturen und ihrer hypothetischen Entstehungsweise verwendeten Begriffe stehen dazu in krassem Gegensatz. Dies ist den Biologen bewusst und sie verweisen darauf, dass es sich um metaphorische Redeweise handle, die aus Gründen der Einfachheit verwendet werde. Wenn dem so wäre, müssten die Sachverhalte und angenommenen natürlichen Entstehungsprozesse aber auch in der nicht-teleologischen Sprache der Naturwissenschaft formuliert werden können. Dass dies möglich sei, wird zwar behauptet, wurde aber bisher nicht gezeigt. Daher kann mit guten Gründen aus die verwendete Begrifflichkeit als Indiz auf einen Schöpfer gewertet werden.
Summary (via DeepL)
Descriptions of biological structures make extensive use of terms that presuppose intellectual authorship—that is, terms that only make sense in the context of planning, goal-setting, and future orientation. Such terms are teleological (from the Greek telos, meaning “goal”). Their use has increased rather than decreased as biological research has progressed. For example, the term “design” has been used disproportionately more frequently than other terms in scientific journals since 1990, and newer evolutionary theories speak, for instance, of recruitment, reprogramming, or patchwork. In molecular biology, the term “molecular machine” has become established. All of these terms imply intelligent design. While terms such as “blueprint,” “machines,” and “information” are viewed by some researchers as inappropriate and misleading, the proposed alternatives or extensions imply an even more sophisticated design (e.g., fault tolerance, exploratory behavior, and plasticity).
On the other hand, evolutionary research claims to describe hypothetical evolutionary changes solely on the basis of scientific laws that are objectively verifiable, and teleology is explicitly ruled out. The terms used to describe biological structures and their hypothetical modes of origin stand in stark contrast to this. Biologists are aware of this and point out that these are metaphorical expressions used for the sake of simplicity. If that were the case, however, the facts and assumed natural processes of origin would also have to be formulable in the non-teleological language of natural science. Although it is claimed that this is possible, it has not yet been demonstrated. Therefore, there are good reasons to interpret the terminology used as evidence pointing to a Creator.